Als Habenzins werden diejenigen Zinsen bezeichnet, die das Kreditinstitut als Schuldner dem Anleger als Gläubiger bezahlt. Zinsen werden als Entgelt dafür fällig, dass der eine dem anderen Geld leiht oder überlässt. Bei einem Kredit ist es genau umgekehrt. Gläubiger ist die Bank oder Sparkasse, Schuldner der Kreditnehmer.

Habenzins Höhe von Bank zu Bank verschieden

In erster Linie für Spareinlagen, aber auch für Sicht- oder Termineinlagen, werden Zinsen vergütet. Es sind allesamt verschiedenartige Geldeinlagen, über die das Kreditinstitut als temporäres Bankguthaben verfügen kann. Der Habenzins orientiert sich am jeweiligen allgemeinen Zinsniveau. Das wird durch Leitzinsen von übergeordneten Banken wie der Europäischen Zentralbank EZB oder den nationalen Banken wie der Deutschen Bundesbank vorgegeben. Die Banken und Sparkassen sind frei in ihrer Entscheidung, welchen Habenzins sie für welche Geldeinlage anbieten. Hier sind ihre Angebote ebenso unterschiedlich und vielseitig wie umgekehrt bei den Sollzinsen für eine Kreditgewährung.

In die Habenzinsberechnung fließen indirekt auch Kosten ein, die den Kreditinstituten durch Personal- und Verwaltungsaufwand entstehen. Das ist ein Grund dafür, dass der Habenzins bei den Direkt- sowie bei den Onlinebanken günstiger, also höher ist als bei den Filialunternehmen am Ort.

Die bieten ihren Kunden eine persönliche oder telefonische Beratung an, die Kosten verursacht. Geldanleger ohne Internetzugang können die Angebote der Onlinebanken nicht nutzen; sie müssen im wahrsten Sinne des Wortes mit ihrer Bank oder Sparkasse vor Ort vorlieb nehmen.