Der Geldmarkt ist ein Teil des Kapitalmarktes, an dem ausschließlich kurzfristige Kapitalanlagen (Forderungen und Verbindlichkeiten) gehandelt werden. Teilnehmer dieses Marktes sind ausschließlich Kreditinstitute, Unternehmen und Versicherungen.

Geldmarktzins max. Laufzeit 1 Jahr

Der an diesem Markt durch Angebot und Nachfrage entstehende Zins wird als sogenannter Geldmarktzins bezeichnet. Für Kapitalleihen am Geldmarkt existieren allerdings verschiedene Geldmarktsätze, da die jeweiligen Leihgeschäfte unterschiedlichen Fristen unterliegen. So sind beispielsweise Kapitalanlagen mit einer Laufzeit von einer Woche ebenso üblich wie Leihgeschäfte mit einer Laufzeit von einem Kalenderjahr. Kapitalanlagen längerer Zeiträume gelten nicht mehr als kurzfristig und werden deshalb nicht mehr dem Geldmarkt zugerechnet. Aufgrund der unterschiedlichen Laufzeiten und der daraus resultierenden abweichenden Konditionen wird häufig auch von Geldmarktzinsen (statt Geldmarktzins) gesprochen.

Auch auf Kapitalanlagen von Verbrauchern hat der Verlauf der Geldmarktzinsen maßgeblichen Einfluss. Aufgrund seiner Eigenschaft als kurzfristig verfügbare Geldanlageform hängen vor allem die Zinskonditionen des beliebten Tagesgeldkontos stark von der Entwicklung des kurzfristigen Geldmarktzinses ab. Denn bei deren Konditionsgestaltung orientieren sich Kreditinstitute zwangsläufig an dessen Verlauf. Anlageformen mit festem Anlagelaufzeitraum hingegen unterliegen aufgrund ihrer vertraglichen Bindung im Regelfall keinerlei Ertragsschwankungen – sofern keine vertraglichen Sondervereinbarungen gelten.