Wenn man Zinsen für Geldanlagen erhält, dann ist zu berücksichtigen, dass der Wert der Geldanlagen regelmäßig durch die Inflation vermindert wird. Der nominelle Zinssatz ist also um die Inflationsrate zu vermindert. Dadurch berechnet man die reale Verzinsung, die auch schon mal negativ werden kann.

Realzins Beispiel: Zinssatz auf Tagesgeld 1,2 Prozent; Inflationsrate 1,5 Prozent; Realzins -0,3 Prozent.

Wie man an dem Beispiel schön sehen kann, berechnet sich der Realzins nach folgender Formel: Nominalzins abzüglich Inflationsrate.

Trotz dieser recht einfach erscheinenden Logik sind bei der Berechnung des Realzinses verschiedene Fragestellungen zu reflektieren, um den diesen zu einem relevanten Indikator zu machen:

  • Verfügt man über verschiedene Geldanlagen, dann ist zuerst der durchschnittliche Nominalzins zu ermitteln. Hierfür ist das gewichtete arithmetische Mittel zu verwenden, denn große Anlagebeträge müssen einen stärkeren Einfluss auf Größe des Nominalzinses haben.
  • Hat die Geldanlage außer Zinserträgen noch Spekulationserträge, dann müssen diese für die Renditeberechnung berücksichtigt werden. Der Realzins entspricht also nicht der realen Wertentwicklung. Allerdings ist der Einbezug der Spekulationsgewinne dann schwer umsetzbar, wenn die entsprechende Geldanlage erst später flüssig gemacht werden soll.
  • Wird die Verzinsung besteuert, dann ist diese Steuer von den Nominalzinsen zunächst abzuziehen, bevor die Realzinsberechnung beginnen kann. Das kann schwierig werden, wenn die Steuern erst in Zukunft fällig werden und gegenwärtig noch nicht bekannt sind.

Fazit: Der Realzins wird als Indikator für die Geldanlage überschätzt und kann in vielen Fällen nur geschätzt werden. Die Höhe des aktuellen Tagesgeld Nominalzinssatz können Sie hier vergleichen.