Obwohl sich das Angebot an Kreditmodellen in den letzten Jahren verändert hat zugunsten der Verbraucher, ist das Nutzerverhalten der Deutschen und ihr Profil als Kreditnehmer relativ konstant geblieben. Die Deutschen zählen zu den soliden und absolut verlässlichen Kreditnehmern.

Durchschnittliche Kredithöhe der Deutsche

Auch in Zeiten des Niedrigzins bleiben die Deutschen zurückhaltend, Wünsche über Kredite zu realisieren. So betrug 2015 die durchschnittliche Kredithöhe 9.552,00 €, ein nur leichter Anstieg ist 2016 zu verzeichnen mit durchschnittlich 10.225,00 €, der 2017 mit 10.272,00 € nahezu konstant blieb.

Durchschnittliche Kredithöhen nach Altersgruppe 2017

Die Unterschiede in der Kredithöhe, klassifiziert nach Altersgruppen, sind dabei weitaus geringer, als man aus den unterschiedlichen Lebenssituationen ableiten würde. Bei den jüngsten Kreditnehmern, den 18 bis 19-jährigen, beträgt die durchschnittliche Kredithöhe 4.334,00 €. Häufig wird diese Summe dazu verwendet, den Führerschein zu machen und das erste gebrauchte Auto anzuschaffen. Bei den 20 bis 24-jährigen ist ein Anstieg auf durchschnittliche 6.408,00 € festzuhalten. Bei den 25 bis 29-jährigen erhöht sich die durchschnittliche Kreditsumme nochmals um rund zweitausend Euro auf 8.341,00 €. Die 30 bis 34-jährigen benötigen durchschnittlich 9.703,00 € und ähneln damit dem Bedarf der 65 bis 74-jährigen mit 9.605,00 €. Die Altersklassen dazwischen bewegen sich mit geringen Unterschieden um die 10.000 bis 11.000 €.

Durchschnittliche Laufzeit von Ratenkrediten

Die durchschnittliche Laufzeit der im jeweiligen Jahr neu aufgenommenen Kredite betrug im Jahr 2007 44,8 Monate, 2012 43,1 Monate und im Jahr 2017 49 Monate. Es ist davon auszugehen, dass die Tendenz zu längeren Laufzeiten anhalten und steigen wird. Denn die Zinsunterschiede sind bei längeren Laufzeiten nicht mehr so gravierend wie früher, so dass Kreditnehmer lieber eine längere Laufzeit mit geringeren monatlichen Belastungen wählen, um das persönliche Risiko in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten, zu minimieren.

Zahlungsschwierigkeiten variieren nach Bundesländern

Diese Einschätzung der persönlichen Zahlungskraft geht größtenteils auf. Die meisten privaten Kreditnehmer in Deutschland begleichen ihre Raten pünktlich. Das Zahlungsverhalten der Deutschen gilt über alle Altersgruppen hinweg als vorbildlich. Bundesweit geraten nur 9,40% der Kreditnehmer in Zahlungsschwierigkeiten. Dabei ist eine Nord-Ost-Achse zu beobachten, die erstaunlicherweise unabhängig von der jeweiligen städtischen Ballungsdichte ist: mit 12,70% geraten am meisten Kreditnehmer in Bremen und Berlin in Verzug, gefolgt von 11,20% in Nordrhein-Westfalen und 11,00% in Sachen-Anhalt. Die bundesweit niedrigste Quote verzeichnet Bayern mit 6,90%.

Kreditrate aussetzen – wann ist es sinnvoll?

Es empfiehlt sich, über Möglichkeiten zu informieren die Kreditrate auszusetzen bevor Zahlungsschwierigkeiten entstehen. Generell sollte sich jeder Kreditnehmer über aktuelle Angebote auf dem Laufenden halten. Denn eine Umschuldung kann auch dann sinnvoll sein, wenn ein anderes Angebot attraktiver ist. Das ist keine Schwäche, sondern finanzielles Kalkül. Hierbei sollte der Kreditnehmer seinen Anspruch auf bestmöglichen Service im Blick haben.