Definition des Leitzinses: In ihrem Arsenal gegen ökonomische Fehlentwicklungen hat die europäische Zentralbank, die EZB einige geldpolitische Möglichkeiten, zu denen unter anderem die Anhebung oder Senkung des Leitzinses zählt. Laut der Keynsianischen Regel erhöht die EZB den Leitzins in Zeiten einer guten Konjunktur, um diese vor Überhitzung zu bewahren und Blasenbildungen vorzubeugen.

In Zeiten schlechterer Konjunktur wie zur jetzigen Zeit in den südlichen Staaten Europas senkt die Zentralbank den Leitzins, um Investitionen anzuregen. Allgemein ist der Leitzins der Zins, zu dem sich die Banken bei der Zentralbank eines jeden Landes refinanzieren können. Er beeinflusst somit die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eines jeden Landes erheblich und bestimmt maßgeblich den allgemeinen risikofreien Marktzins.

Situation des Leitzinses

Momentan besteht die historisch einmalige Situation minimaler Leitzinsen. Japan, die EU, die USA und das vereinigte Königreich sind mit einem Zins von unter einem Prozent konfrontiert. Erst kürzlich hat die EZB verkündet weiterhin auf niedrige Zinsen zu setzen. Was die risikoaversen Sparer ein Dorn im Auge ist, freut die Investoren, die sich an einem Aktienboom erfreuen.

Die besondere Tragik der Leitzinsen wird am besten beschrieben, als vor wenigen Wochen die Anleger erwarteten, dass sich in den USA die Wirtschaftssituation gebessert hätten. Tatsächlich allerdings waren diese noch in der Krise, weshalb der Zins in den USA nicht nach oben korrigiert wurde. So konnten dadurch, dass in den USA ein schlechtes Geschäftsklima herrschte, die Anleger in Deutschland gute Gewinne am DAX einfahren.