Der Lombardzins ist derjenige Zinssatz, zu dem die deutsche Bundesbank den Kreditinstituten kurzfristige Kredite einräumt. Im Gegenzug dafür müssen die Kreditinstitute der deutschen Bundesbank Wertpapiere oder Schuldverschreibungen verpfänden. Diese werden vorab auf ihre Bonität und Werthaltigkeit geprüft. Der Lombardzinssatz ist insofern das Gegenstück zum insbesondere im Privatkundenbereich verwendeten Dispo-Zins bei Kontoüberziehungen. Er hat den Kreditinstituten die Möglichkeit gegeben sich schnell neue Liquidität zu verschaffen.

Lombardzins vs Diskontzins

Aufgrund der kurzfristig eingeräumten Kreditlinien hat der Lombardzins regelmäßig ein bis drei Prozentpunkte über dem ansonsten marktüblichen Diskontzins gelegen. Dieses Zinsinstrument ist für die Steuerung der Geldpolitik und der Kreditvergabe in Deutschland von Beginn an wichtig gewesen. Seit 1987 wurde der Lombardzins im Vergleich zum Leitzins immer wichtiger und das gängige Mittel der Kreditinstitute sich Liquidität zu annehmbaren Konditionen zu verschaffen. Ursache dafür war, dass die Banken immer häufiger Wertpapiere und Anleihen als Sicherheit leisteten und die Bonitätsanforderungen nach unten korrigiert wurden.

Spitzenrefinanzierungssatz und Leitzins

Die Festlegung des Zinssatzes hat dabei bis zum Schluss der deutschen Bundesbank zugestanden. Mit dem Übergang der Geldpolitik in den Zuständigkeitsbereich der europäischen Zentralbank, ist der nationale Lombardzins im Januar 1999 durch den Spitzenrefinanzierungssatz (SRF) ersetzt worden, der heute gemeinhin als Leitzins bezeichnet wird.