Der Marktzins ist allgemein der Preis für die zeitweise und leihweise Überlassung von Kapital, den der Kapitalnehmer dem Kapitalgeber zahlt. Er wird in Prozent angegeben bezogen auf einen bestimmten Zeitraum. Für die einzelnen Zeiträume gibt es nicht nur einen Marktzins, sondern viele verschiedene:

Marktzins für kurzfristige Geldmarktgeschäfte

  • EONIA (Euro OverNight Index Average) – Zins für Tagesgeld
  • LIBOR (London Interbank Offered Rate) – Zins für kurzfristige Geldgeschäfte
  • EURIBOR (European Interbank Offered Rate – Zins für kurzfristige Geldgeschäfte am Terminmarkt in der Europäischen Währungs- und Wirtschaftsunion

Marktzins für langfristige Geldmarktgeschäfte

  • Pfandbriefe und Hypothekendarlehen

Um die Entwicklung der Zinssätze vergleichbar zu machen, werden Analysen durchgeführt und sog. Zinskurven erstellt. Typischerweise ist ein Marktzins umso höher, je länger ein Kredit läuft. Zu den weiteren Einflussfaktoren gelten der europäische Leitzins (von der EZB bestimmt) und die Bonität eines Geschäftspartners. Der Marktzins ist wichtiger Bestandteil des Zinstenders. Der Zinstender ist ein Tenderverfahren, bei dem ein Geschäftspartner nicht nur den Betrag, sondern auch den Zinssatz angibt, zu dem sie das Geschäft abschließen möchten.