Definition der Zinseszinsen: Zinseszinsen entstehen dann, wenn bereits gezahlte Zinsen in der Periode 1 in der Periode 2 ebenso mit verzinst werden. Dies kann auch als Zinskapitalisierung bezeichnet werden, da die vorherigen Zinsen einfach hinzugerechnet werden. Ein Tagesgeldkonto, welches beispielsweise die Zinsen vierteljährlich kapitalisiert, wird die Zinszahlung der ersten Viertelperiode in der zweiten ebenso mit verzinsen. Allgemein wird das Vermögen in einer bestimmten Periode berechnet, indem man den Kapitaleinsatz mit dem Aufzinsungsfaktor multipliziert, wobei der Aufzinsungsfaktor mit der Anzahl der Perioden potenziert wird. Eindrucksvoll beschreibt beispielsweise der Börsenexperte Dirk Müller die

Zinseszinsen mit dem Josefspfennig

Hätte Josef im Jahr 0 beispielsweise zu 5 Prozent einen Pfennig angelegt, ergäbe sich heute eine Summe, die ausreichen würde, um das neunfache Volumen der Sonne in Gold zu erwerben. Dieser unvorstellbare Effekt der Zinskapitalisierung kann für jeden Anleger einen hohen Reichtum mit sich bringen, ohne dass dieser tatsächlich arbeiten muss.

Aktuelle Situation des Zinseszins

Allgemein wird der Zinseszinseffekt schwächer, wenn der Zinssatz nachlässt. Der Zinssatz wird maßgeblich durch den Leitzins der EZB bestimmt, der zur Zeit durch die Euro-Krise im Rekordtief von 0,25 Prozent verharrt. Auch in Zukunft ist nicht abzusehen, dass die Zinsen wieder deutlich steigen, was schlecht für die Kapitalanleger ist. Denn diese erhalten dadurch einen negativen Realzins, da die Inflationsrate deutlich über 0,25 Prozent liegt. Allgemein gilt jedoch der Zinseszins bei jeder Kapitalanlage, die in Zinsen ausgedrückt wird und ist somit allgemeingültig.